Filmtechnik beginnt im Kopf!

Blog

Blogbeiträge von Ippolit Wischin.

Vienna Filmcoach an neuer Adresse

Achtung! Ab August 2018 ist Vienna Filmcoach an einer neuen Adresse zu finden, nämlich:

 

Schönbrunner Straße 213-215, top 301,

1120 Wien

 

Dort finden wie gehabt alle Schulungen, Vorträge, Workshops und Einzelcoachings statt. Wer sich für Coachings interessiert, möge sich bei uns melden, damit wir einen Termin vereinbaren können. Das laufende Unterrichtsprogramm beginnt ab Oktober.

 

Der nächste Vienna Filmcoach-Vortrag findet am 4. August in Zürich statt. Wir wünschen einen schönen Sommer!

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Wie man mit Algorithmen Charaktere erfindet - Teil 2: Der Emanationenbaum

 

Der englische Kupferstecher, Dichter und Visionär William Blake (den vielleicht einige durch Jim Jarmush‘s  „Dead Man“ kennen) prägte den Begriff „Emanation“ für eine fiktive Gestalt, die eine spezifische Eigenschaft einer anderen Gestalt verkörpert, damit zwischen den beiden ein Dialog möglich ist. Auf diese Weise kann ich etwa mit meiner eigenen Gier ein Streitgespräch führen. Wir kennen das Prinzip auch unter dem Namen Allegorie, wie sie etwa in den Zaubermärchen des Ferdinand Raimund auftreten. In dessen „Alpenkönig und Menschenfeind“ verlässt die Jugend in Gestalt einer knabenhaften Figur den Protagonisten, der daraufhin vom hohen Alter besucht wird, dargestellt durch einen Greis, den etwa der legendere Hans Moser auf der Bühne gespielt hat. Arbeiten mit Emanation stellt eine Technik dar, die an die Anfänge des Geschichtenerzählens zurückreicht.
 
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Wie man mittels Algorithmen Charaktere schreibt. Eine Annäherung. Teil 1

Im letzten Blogeintrag habe ich über die Probleme der Schreibhemmung geschrieben und empfohlen, man möge sich dagegen wappnen, indem man mit einer klaren, über einen längeren Zeitraum hinweg eingeübten Arbeitstechnik vorgeht - und zwar so lange, bis einen die Inspiration wieder hat. Wesentlicher Bestandteil dieser Technik ist dabei ein Algorithmus, den ich ansatzweise vorgestellt und erklärt habe. Auch für das Erstellen von Charakteren für ein Drehbuch gibt es Möglichkeiten, sich über die Phase der ersten Unsicherheit mittels Algorithmen hinweg zu helfen.
 
Fangen wir mit ein paar Grundsatzfragen an.
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Was, wenn die Inspiration mich verlässt? Kleiner Ratgeber für Filmautoren

Man setzt sich voll Elan vor den Computer, um endlich das große Drehbuch zu schreiben, oder die entscheidende Schlüsselszene zu “Papier” zu bringen. Man sucht den ersten Satz… das erste Wort… Nichts kommt. Und nachdem man zwei Stunden planlos durch Facebook gesurft hat, muss man sich eingestehen: man hat wieder nichts weitergebracht. Wer ist schuld? Keine Frage: die Postmoderne. Wir leben in einem Zeitalter, da künstlerische Exzellenz nicht mehr erforderlich scheint. Beispiel Musik: Sich irgendwie kreativ austoben ist angesagt; hingegen sich in endlosem Üben wie ein Konzertpianist zu perfektionieren, überlässt man den paar elitären Schnöseln, die noch in klassischen Konzertsälen auftreten. Mir hat es sehr geholfen, dass ich 10 Jahre lang in einem kleinen Theater als Schauspieler fast allabendlich auf der Bühne stand. Manchmal hat man gute, manchmal weniger gute Tage. Aber das Publikum, das bezahlt hat, hat jeden Abend das gleiche Recht, mich möglichst in Höchstform zu erleben. 

 

Wie tue ich also, wenn ich einen miserablen Tag habe? Die Antwort wird einigen von euch nicht gefallen:

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Literatur verfilmen - ein Exkurs

„Einem spontanen Impuls folgend, vielleicht weil er neugierig war, vielleicht weil er glaubte, etwas gehört zu haben, vielleicht, weil es das Schicksal so wollte, bog er von der Gasse ab und betrat durch einen offenen Torbogen einen schummrigen Hinterhof — eine Tat, die er noch bitter bereuen sollte." Würde man diesen Satz verfilmen wollen, so wäre es in keiner Weise ausreichend, eine Figur zu zeigen, die eine Gasse entlangspaziert, plötzlich innehält, durch einen offenen Torbogen in einen Hinterhof blickt, um sodann, nach kurzem Zögern, einzutreten. Man würde zwar die äußerliche Handlung sehen, der Schauspieler wäre vielleicht auch versucht, das Innenleben der Figur durch mehr oder weniger subtile Grimassierung transparent zu machen, dennoch bliebe ein Großteil dessen, was die literarische Vorlage bietet, auf der Strecke; nämlich gerade der vielleicht wichtigste Teil, in welchem der Autor spekuliert, was die Motive des Mannes hätten sein können und die Tatsache, dass er womöglich damit das Schicksal herausforderte.

Eine rein literarisch-illustrative Vorgangsweise seitens des Dramaturgen wäre nur damit beschäftigt, die äußerliche Handlung abzubilden, ohne den Sinn und Zweck, wie er dem Autor wohl vor der Seele gestanden haben mag, auch nur entfernt in Betracht zu ziehen. Die größte Schandtat, die Filmemacher begehen können, wenn sie Worte in bewegte Bilder verwandeln, ist die, das Unsichtbare außer acht zu lassen. Es ist leicht und billig, zu zeigen, wie eine mehr oder weniger gelungene Figur einen Hof betritt. Es ist aber eine enorme Herausforderung, den Satzteil „vielleicht weil er neugierig war, vielleicht weil er glaubte, etwas gehört zu haben, vielleicht, weil es das Schicksal so wollte" zu dramatisieren, und damit meine ich nicht die andere billige Lösung: es einen Sprecher voice-over sagen zu lassen.

Wie zeigt man „Neugierde", wie „Schicksal"? Die Antwort lautet zunächst einmal jedenfalls: durch Einfallsreichtum. Denn erst hier beginnt die eigentliche Arbeit eines Filmdramaturgen. Erst ab diesem Moment, da er sich damit beschäftigt, das Unsichtbare sichtbar zu machen, erbringt er die Leistung, für die er bezahlt wird. Eine illustrative Vorgangsweise erfordert nämlich kein spezifisches Verständnis der Filmsprache.

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Das Lamento des Filmdramaturgen

 

 
Wozu braucht es überhaupt diese obergscheiten Dreinmischer, die alles besser wissen, selber aber noch nie einen anständigen Film auf die Reihe gebracht haben? Die Filmbuchabteilungen in den Buchläden sind voll von gescheiten Anleitungen von Leuten, die scheinbar selber noch nie einen ordentlichen Film gemacht haben. Robert McKee, Syd Field, Lajos Egri sind nur die bekanntesten davon. Ist das zu rechtfertigen?
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So, du willst also einen Kultfilm machen?

Jeder Tag begegnen mir junge, ehrgeizige Filmemacher, die in die Fußstapfen großer Regisseure treten wollen, die vielleicht sogar die großen Werke der Filmtheorie studiert haben, die aber immer dann, wenn es darum geht, im Rahmen eines Filmprojekts mutige und bahnbrechende kreative Entscheidungen zu treffen, kläglich versagen. Die Frage, wie man von den großen Filmemachern lernt, ohne sie zu kopieren, hat mich lange Zeit beschäftigt. Warum ist es so verdammt schwer einen guten Film zu konzipieren, wo doch jeder einen guten Film erkennt, wenn er ihn sieht? - Einerseits.

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Wenn Filmemacher Kaufmannsladen spielen

Wenn ich in meinen Workshops den jungen Indie-Filmemachern empfehle „mach nicht den Film, den du machen willst – mach den Film, den du SEHEN willst" so ziele ich dabei vor allem auf ein Phänomen ab: junge Filmemacher imitieren die Filme, die ihnen gefallen. Dabei gehen sie nicht anders vor, als kleine Kinder, wenn sie Kaufmannsladen spielen. Bei diesem Spiel geht es nicht wirklich um den Austausch von Waren gegen Geld. Die Waren sind aus Hartplastik, das Geld ist Spielgeld.

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Pflichtfilme für Vienna Filmcoach Eleven

Pflicht Filme:

Liebe StudentInnen der Filmkunst. Immer wieder werde ich gefragt, welche Filme man unbedingt gesehen haben sollte. Ist natürlich Geschmacksache, aber hier ist eine Liste der 21 Filme, von denen ich am meisten gelernt habe - und die ich daher auch in meinen Vorträgen immer wieder zitiere. Wer hat sie alle gesehen?

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Ideen sind Scheiße

Wenn man nur oft genug auf Filmfestivals war und gesehen hat, wie sich bestimmte Muster bei Anfängerfilmen immer wiederholen, so kommt man bald zu dem Schluss, dass die schlechten Filme vor allem an einem Manko leiden: Sie wollen partout Vehikel für eine Idee sein. Das heißt, es ging dem Filmemacher oder der Filmemacherin gar nicht darum, einen guten oder wertvollen Film zu machen, sondern zu beweisen, dass er oder sie „gute Ideen“ hat. Ähnliche Herangehensweisen in anderen Künsten führen zu ähnlich lächerlichen Resultaten. In der Musik würde das bedeuten, das wichtigste an einer Komposition ist die „schöne Melodie“. In der Malerei hieße das, es ist die Originalität des Motivs, die entscheidet, ob das Bild gut ist oder nicht. Im Grunde ist ja gegen eine gute Idee nichts auszusetzen, wenn sie wirklich gut ist. Oftmals ist diese angeblich so gute Idee aber nichts anderes, als eine mehr oder weniger überraschende Wendung, die zumeist so überraschend gar nicht ist. Und weil eine gute Idee in keiner Weise das Beherrschen der handwerklichen Grundlagen ersetzt, merken wir uns für den Anfang: Ideen sind Scheiße. Die Sache mit der überraschenden Wendung führt uns nunmehr zu einer ganz ganz schlimmen Anfängerkrankheit: der „Schlusspointitis".

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Kontakt

Ippolit Wischin
media expert
Vienna Filmcoach

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Ausrichtung

Der Filmclub Vienna Filmcoach ist ein Club zur Anhebung des Niveaus der heimischen und internationalen Filmszene im Bereich “Unabhängige Filmemacher”. Gefördert werden sollen vor allem neue, in der österreichischen Filmlandschaft unübliche Konzepte. Dabei wird ein sachlicher, ingenieurhafter Zugang zur Kunst aufgezeigt. Der Club wird von der Firma Ip Wischin e.U., einer P.R.- und Medienberatungsfirma, betrieben (www.ipwischin.at).