Filmtechnik beginnt im Kopf!

Ip Wischin

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Ippolit Wischin
media expert
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Literatur verfilmen - ein Exkurs

„Einem spontanen Impuls folgend, vielleicht weil er neugierig war, vielleicht weil er glaubte, etwas gehört zu haben, vielleicht, weil es das Schicksal so wollte, bog er von der Gasse ab und betrat durch einen offenen Torbogen einen schummrigen Hinterhof — eine Tat, die er noch bitter bereuen sollte." Würde man diesen Satz verfilmen wollen, so wäre es in keiner Weise ausreichend, eine Figur zu zeigen, die eine Gasse entlangspaziert, plötzlich innehält, durch einen offenen Torbogen in einen Hinterhof blickt, um sodann, nach kurzem Zögern, einzutreten. Man würde zwar die äußerliche Handlung sehen, der Schauspieler wäre vielleicht auch versucht, das Innenleben der Figur durch mehr oder weniger subtile Grimassierung transparent zu machen, dennoch bliebe ein Großteil dessen, was die literarische Vorlage bietet, auf der Strecke; nämlich gerade der vielleicht wichtigste Teil, in welchem der Autor spekuliert, was die Motive des Mannes hätten sein können und die Tatsache, dass er womöglich damit das Schicksal herausforderte.

Eine rein literarisch-illustrative Vorgangsweise seitens des Dramaturgen wäre nur damit beschäftigt, die äußerliche Handlung abzubilden, ohne den Sinn und Zweck, wie er dem Autor wohl vor der Seele gestanden haben mag, auch nur entfernt in Betracht zu ziehen. Die größte Schandtat, die Filmemacher begehen können, wenn sie Worte in bewegte Bilder verwandeln, ist die, das Unsichtbare außer acht zu lassen. Es ist leicht und billig, zu zeigen, wie eine mehr oder weniger gelungene Figur einen Hof betritt. Es ist aber eine enorme Herausforderung, den Satzteil „vielleicht weil er neugierig war, vielleicht weil er glaubte, etwas gehört zu haben, vielleicht, weil es das Schicksal so wollte" zu dramatisieren, und damit meine ich nicht die andere billige Lösung: es einen Sprecher voice-over sagen zu lassen.

Wie zeigt man „Neugierde", wie „Schicksal"? Die Antwort lautet zunächst einmal jedenfalls: durch Einfallsreichtum. Denn erst hier beginnt die eigentliche Arbeit eines Filmdramaturgen. Erst ab diesem Moment, da er sich damit beschäftigt, das Unsichtbare sichtbar zu machen, erbringt er die Leistung, für die er bezahlt wird. Eine illustrative Vorgangsweise erfordert nämlich kein spezifisches Verständnis der Filmsprache.

Das Lamento des Filmdramaturgen

 

 
Wozu braucht es überhaupt diese obergscheiten Dreinmischer, die alles besser wissen, selber aber noch nie einen anständigen Film auf die Reihe gebracht haben? Die Filmbuchabteilungen in den Buchläden sind voll von gescheiten Anleitungen von Leuten, die scheinbar selber noch nie einen ordentlichen Film gemacht haben. Robert McKee, Syd Field, Lajos Egri sind nur die bekanntesten davon. Ist das zu rechtfertigen?

So, du willst also einen Kultfilm machen?

Jeder Tag begegnen mir junge, ehrgeizige Filmemacher, die in die Fußstapfen großer Regisseure treten wollen, die vielleicht sogar die großen Werke der Filmtheorie studiert haben, die aber immer dann, wenn es darum geht, im Rahmen eines Filmprojekts mutige und bahnbrechende kreative Entscheidungen zu treffen, kläglich versagen. Die Frage, wie man von den großen Filmemachern lernt, ohne sie zu kopieren, hat mich lange Zeit beschäftigt. Warum ist es so verdammt schwer einen guten Film zu konzipieren, wo doch jeder einen guten Film erkennt, wenn er ihn sieht? - Einerseits.

Basics-Übungsmodul Plotentwicklung

Wie entwirft man einen Handlungsfaden? In diesem exklusiven Kleingruppenmodul befassen wir uns nun mit der Großform. Wie kommt man von einer Grundidee zu einer ausgedehnten Handlung? Was ist die Funktion und Bedeutung von Plotpoints? Welche Techniken gibt es zur Entwicklung eines Handlungsstranges? Was ist der Unterschied zwischen Plot und Story?

Wenn Filmemacher Kaufmannsladen spielen

Wenn ich in meinen Workshops den jungen Indie-Filmemachern empfehle „mach nicht den Film, den du machen willst – mach den Film, den du SEHEN willst" so ziele ich dabei vor allem auf ein Phänomen ab: junge Filmemacher imitieren die Filme, die ihnen gefallen. Dabei gehen sie nicht anders vor, als kleine Kinder, wenn sie Kaufmannsladen spielen. Bei diesem Spiel geht es nicht wirklich um den Austausch von Waren gegen Geld. Die Waren sind aus Hartplastik, das Geld ist Spielgeld.

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Der Filmclub Vienna Filmcoach ist ein Club zur Anhebung des Niveaus der heimischen und internationalen Filmszene im Bereich “Unabhängige Filmemacher”. Gefördert werden sollen vor allem neue, in der österreichischen Filmlandschaft unübliche Konzepte. Dabei wird ein sachlicher, ingenieurhafter Zugang zur Kunst aufgezeigt. Der Club wird von der Firma Ip Wischin e.U., einer P.R.- und Medienberatungsfirma, betrieben (www.ipwischin.at).